Beiträge

Patricia Hell

 

SAMPELT

 

 

Geräusche, Lärm, das Hupen der Autos, Geschwätzigkeiten.
Sich begegnen, sich nicht begegnen.
Menschen – einzeln oder in Gruppen. Menschen auf ihren Wegen.
Rast und Rastlosigkeit. Sich selbst verlieren und wiederfinden.
Urbane Geborgenheit.

 

SAMPELT – so betitelt Patricia Hell ihre neue Werkserie. SAMPELT entsteht aus den Notizen der Künstlerin, die sie seit mehreren Jahren zeichnet. SAMPELT sind zum Teil sehr großformatige Tuschezeichnungen in denen sie mit Linien und Flächen seismografisch in einem „akzentuierten Staccato“ den Rhythmus des lebendigen Großstadtbetriebs schreibt. Mit ihren Zeichnungen zoomt sie einen besonderen Augenblick in ihre Bildflächen.  Die dokumentierten Situationen zeigen dem Betrachter einen authentischen und außergewöhnlichen Moment, der so nicht wieder entstehen kann. Im Gegensatz zu ihrem Zyklus ,Farbrauschen‘, den die Galerie 2013 zeigte, fokussiert Hell hier den Menschen. Meist in Außenszenen oder -situationen agierend, ist er jedoch nicht als Persönlichkeit oder als private Person zu betrachten. Es sind anonyme Figuren in wie zufällig wirkenden Aufnahmen, und manchmal verwirrend lösen sich die Perspektiven von Subjekt und Objekt innerhalb der Szenen auf. Sinnliche Präsenz, Bewegung und Kraft kennzeichnen diese aktuellen Werke der Künstlerin. Immer geht es Hell um den Vorgang des Sehens: wann werden Linien, Flächen und Farben zu einem Bild? Dem Betrachter lässt sie die Freiheit der persönlichen und subjektiven Interpretation.

 

1 Brucke II Ffm Tusche und Marker auf Papier 30 x 40 cm 2013

BrÜcke-II--Ffm-Tusche-und-Marker-auf-Papier-30-x-40-cm-2013

 

IMG 3061

waschsalon-26-x-42-cm-tusche-auf-papier-2013

 

11206075 921749231181339 4790988313160092509 n 

ALL SAINTS - Berlin | Patricia Hell | ink and Marker | 2015

 

highflyII ol collagepatricia hell 2015 kopie

highflyI I-öl-collage©patricia-hell-2015

 

 


 

 

 


Farbrauschen | Ausstellung Galerie Krüger | 22. Februar bis 12. April 2013

 
Patricia Hell-Prisma

Aus der Eröffnungsrede von Karl Wilhelm Ducoffre


>>Die Farbe wird in breiten, oft lang gezogenen Pinselstrichen, in hastigen, skripturalen Schwüngen oder mit dem Spachtel dick geschichtet auf den Bildträger aufgebracht. Sie ist stets auch in ihrer materialen Qualität präsent und immer kann der Vorgang der Malerei genau nachempfunden werden. Die Farbe entfaltet ihre Kraft in sensiblen Variationen des Farbtons und seiner Nachbarschaften oder in starken Kontrasten. Unterschiedliche Bewegungen im Farbauftrag erzeugen räumliche Vibrationen und Unschärfen. Eine Komposition gibt es nicht, doch eine feste, organisierte Struktur wird wie textiles Gewebe geflochten. Farbe und Linie steigern sich im wechselseitigen Zusammenklang.

Patricia Hell malt Bilder.

Dies klingt banal, verwundert aber in Anbetracht der Gemälde. Die Titel der Bilder benennen die Motive, deren Abbild nicht erkennbar ist. Aber ge­ra­de die vom Gegenstand losgelöste Malerei lässt auf ihre Weise eine gültige Darstellung der realen Welt zu. Die Illusion des Lichts wird von der Gegenwart der Farbe verdrängt. Die künstlerischen Mittel sind autonom. Das Fehlen jeglicher ikonischer und narrativer Elemente lässt in gleichsam lyrischer Leichtigkeit metaphorische Bilder entstehen und mündet in unmittelbarer synästhetischer Erfahrbarkeit. Die Farbwirkungen werden zum visuellen Erlebnis, genauso wie die rauen Oberflächen der Farbkrusten spürbar sind.
Die Atmosphäre des Ateliers ist gegenwärtig und der Geruch von Farbe, Leinöl und Terpentin drängt sich auf. So entsteht wunderbar vielschichtige Malerei, und das nicht nur im wörtlichen Sinn.
Patricia Hell-aus-Monets-GartenPatricia Hell stellt durch die Bildtitel kunstgeschichtliche Bezüge her: „Nach van Goghs Sämann“ zitiert zumindest die Farbigkeit des Vorbilds; die Reihe „Aus Monets Garten“ ist, bis auf die Tatsache, dass es sich um eine Reihe handelt, nicht mehr bildmäßig in ihrem impressionistischen Bezug nachzuempfinden. Schließlich ermöglicht der Verzicht auf jede mimetische Andeutung die Erschließung von atmosphärischen Eindrücken, die über die Motivik der Impressionisten hinausgeht: Manche Werke zum Beispiel schaffen Atmosphären, die über die sichtbaren physikalischen Phänomene hinaus imaginäre Räume erschließen. Die gegenüber dem Impressionismus gesteigerte, impulsive Gestik der Pinsel­führung könnte als Anklänge an den Tachismus oder den abstrakten Expressionismus aufgefasst werden, jedoch fehlt Patricia Hells Bildern der sich selbst genügende Habitus. Der Farbauftrag fügt sich bei aller Freiheit präzise in die Struktur des Bildorganismus. Der Duktus variiert den Bildthemen entsprechend und wird zum unverzichtbaren, intellektuellen Bestandteil der künstlerischen Intention.

„Resampling ist Schreiben von Bildern“. Schrift und Sprache sind abstrakte, symbolhafte Medien eines Kommunikationsprozesses, in dem der Verlust oder die Störung von Information als „Rauschen“ bezeichnet wird. So zeigen Patricia Hells Bilder in mehrfacher Weise den prozesshaften Charakter von Kunstwerken, die oft lediglich als Objekte gesehen werden. Nicht nur das Schaffen, auch das Wirken ist ein aktiver Vorgang, der Zeit und Arbeit erfordert. Diese Leistung muss der Betrachter erbringen um im besten Fall zu erreichen, was Schiller den „ästhetischen Zustand“ nennt; Jenes euphorische Erlebnis der Erkenntnis, die über das rationale Erfassen des Gegenstandes hinausgeht. Für den Betrachter kann dabei „Rauschen“ Chance und Gewinn bedeuten.
                                                                                                                                                                                                                       
Patricia-Hell Heike-KrugerGerade durch die Rückschau auf vorangegangene Kunst ist Patricia Hells Malerei als innovatives und authentisches
Ausdrucksmittel von unmittelbaren, subjektiven Sinnesein­drücken eine eminent zeitgenössische Stellungnahme, die der bildhaften Malerei einen überzeugenden und eigenständigen Beitrag hinzufügt und entgegenhält.

Patricia Hell


Patricia-Hell-Vernissage galerie kruger koblenz 22 2 13 2

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok